Liebes Kämpferherz,

ich weiß nicht, wie dein Weg bisher ausgesehen hat. Ich weiß nicht, wie viele Male du gehört hast, „das bildest du dir ein“. Ich weiß nicht, wie oft du gelächelt hast, obwohl dir eigentlich nach Weinen war. Ich weiß nicht, wie oft du deinen Schmerz erklärt hast, und trotzdem das Gefühl hattest, nicht verstanden zu werden.

Ich sehe dich!

Endometriose kann viel Kraft kosten… körperlich, emotional und manchmal auch sozial. Sie verlangt Geduld in Momenten, in denen man eigentlich nur leben möchte, ohne ständig planen, erklären oder aushalten zu müssen. Deshalb möchte ich dir sagen: Ich sehe deinen Mut!

Denn Endometriose ist nicht nur Schmerz! Sie ist oft das Unsichtbare dahinter: abgesagte Pläne, die Angst vor dem nächsten Schub, das schlechte Gewissen, nicht so zu funktionieren, wie andere, die Traurigkeit darüber, dass der eigene Körper sich manchmal nicht wie ein sicheres Zuhause anfühlt.

Und trotzdem bist du jeden Tag da. Du stehst auf. Du versuchst, weiterzumachen. Du hoffst weiter. Du lebst dein Leben.

Bitte vergiss dabei eines nicht: Du musst deinen Schmerz nicht kleinreden, damit andere sich wohler fühlen. Du musst nicht erst zusammenbrechen, bevor du dir erlaubst, Unterstützung anzunehmen. Auch Ruhe ist keine Schwäche und Grenzen zu setzen ist kein Aufgeben.

Es gibt keinen „richtigen“ Weg, mit Endometriose umzugehen. Manche kämpfen laut, andere leise. Manche finden schnell Unterstützung, andere brauchen Zeit. Alles davon ist in Ordnung. Dein Wert hängt nicht davon ab, wie viel du aushältst. Auch an den Tagen nicht, an denen du nur das Nötigste schaffst. Auch an den Tagen nicht, an denen dein Körper dir Grenzen aufzeigt. Auch an den Tagen nicht, an denen du dich selbst kaum wiedererkennst. Auch an den Tagen nicht, an denen du wenig Hoffnung hast. Du musst nicht jeden Tag stark sein. Du musst nicht beweisen, wie viel Schmerz du aushalten kannst. Du darfst dir Pausen erlauben. Du darfst Freude erleben!

Du bist nicht allein!

Es gibt Menschen, die verstehen. Menschen, die zuhören. Menschen, die den gleichen Weg gehen. Wissen, Austausch und Mitgefühl können viel tragen. Ich wünsche dir, nicht immer stark zu sein. Ich wünsche dir, dich selbst ernst zu nehmen. Ich wünsche dir, dass du Menschen findest, die dich sehen. Ich wünsche dir, dass du deinen Körper nicht als Gegner siehst. Und ich wünsche dir, dass du dir erlaubst zu glauben, dass es trotz allem, schöne, leichte und erfüllte Momente geben darf. Sei sanft mit dir. Sei stolz auf dich. Glaube an dich! Du gehst diesen Weg nicht allein.